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Kleine Mietwohnung
Gern geht er spazieren, besucht die großen Parks und im
Sommer gibt es kein Wochenende, an dem er nicht in die Berge zum Wandern oder
an die Küste geht, um irgendeinen Wassersport zu treiben.
Heute durchzieht er die Gartenvorstadtbezirke. Ein Garten
ist schöner als der andere, manche mit einem Luxushaus, für dessen Grünanlage
sicher ein Gärtner angestellt ist, mit hoher Mauer, undurchsichtigem Zaun,
Hecke oder 5 Meter hoher, dichter Baumreihe. Einige sehen so schrecklich und
geschmacklos aus, dass man sie wirklich verstecken sollte, andere kleinere
erwecken den Eindruck, dass hier der durchschnittliche, private Meister sein
Lebenswerk verwirklichen will.
Am Abend nach der Arbeit, das ganze Wochenende sieht man
sie geschäftig. Im Sommer werden das Dach ausgebessert, die Hauswand neu
verputzt, die Fenster, Türen oder der Zaun gestrichen, die Blumen gegossen
oder der Rasen gemäht. Im Herbst müssen das Laub zusammengerecht, Äpfel,
Birnen und Früchte, Beeren, Nüsse und Gemüse geerntet werden. Im Winter, man
sollte doch annehmen, kommt eine ruhigere Zeit. Aber nein! Dann lassen sich
Geräusche aus der Garage oder vom Dachboden hören. Im Frühling muss die durch
Eis und Kälte verhärtete Erde aufgelockert und für die nächste Saat
vorbereitet werden.
Und wann ruhen sich diese fleißigen Ameisen und Bienen
aus, um die Früchte ihrer Arbeit, den Garten und das Haus zu genießen? Nie!
Sie scheinen unermüdlich. Selbst wenn Besuch eintrifft, muss dieser dem
Treiben des Hausherrn von der Terrasse aus folgen. Natürlich spitzt der
Fleißige von Ferne seine Ohren und verbucht mit sichtlicher Zufriedenheit das
verdiente Lob. Oft entsteht ein wahrer Wettkampf unter den Nachbarn, wer von
ihnen wohl die schönste Gartenanlage, das dazu passende Haus, Gartenlaube
oder gar kleinen Teich aufweisen kann.
Als unser Spaziergänger so durch die Häuserreihen, an den
Zäunen dieser Paradieschen auf Erden vorbeischlendert, verfolgt ihn das
Gebell von größeren und kleineren Wächtern, die manchmal auch schwanzwedelnd
oder gar knurrend seine Ankunft verraten, von den einen Nachbarshunden
aufmerksam gemacht und die nächsten in Alarm versetzend. Während des
Bellkonzerts bewegen sich hier und da Vorhänge vor allem der Küchenfenster,
um zu erfahren, wer wohl der interessierte Eindringling sei, der die ruhige
Eintönigkeit zu stören wagt. Wessen Neugierde wird hier befriedigt?
Der Wanderer durch fremde Paradiesgärten begibt sich
langsam wieder nach Hause in seine kleine Mietwohnung. Für einen Ausflug und
ein Träumchen, war der heutige Nachmittag nicht schlecht, aber nächstes
Wochenende fährt er in die Berge und in drei Wochen an einen größeren See zum
Rudern.
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Kleine Mietwohnung
Sunday, 22 November 2015
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